Meduno – Nordföhn – Magic Air

Oben gute Laune – unten gute Laune. Meduno im Sturm erobert.

Bis zu 100 km/h am Startplatz, stürmische Nächte am Campingplatz und am Ende nur ein einziger Flugtag – und trotzdem: Die Stimmung war durchgehend gut. Sowohl bei den Teilnehmern als auch bei uns Fluglehrern.

Dass das Wetter derart umschlagen würde, hatte niemand erwartet. Während Deutschland erneut im Schnee versank, tobte am Südalpenrand der Nordföhn – und wurde von Tag zu Tag stärker als vorhergesagt.

Den ersten gestrichenen Flugtag konnten wir immerhin für intensives Groundhandling nutzen. Das tat richtig gut. Unsere Fluglehrer Sylvia und Rafael gaben wertvolle Tipps zur Schirmkontrolle bei Wind, Rückwärtsaufziehen und sauberem Handling. Die Motivation war groß.

Am nächsten Tag war klar: Fliegen unmöglich. Selbst Groundhandling war bei Böen bis 100 km/h nicht mehr machbar. Also nutzten wir die Zeit sinnvoll – mit Theorie, genau nach den Wünschen der Teilnehmer: Streckenfliegen, Thermiktechnik, Toplanden, Steuertechnik, Flugplanung, Wetterkunde und mehr.

Doch leider: Jede neue Wetterprognose wurde noch schlechter.

Was dennoch blieb, war gute Laune. Dank dem guten italienischem Essen und ein Unterhaltungsprogramm von unserer singenden Fluglehrerin, die noch ein paar Mitsinger in der Gruppe fand und lauthals „oben gute Laune – unten gute Laune“ zum besten gab. Das sorgte wohl dafür, dass die Gruppe lieber gut gelaunt blieb, als sich noch tiefer in Ballermann-Hits zu verlieren.

Ein weiterer Theorietag folgte. Wichtige und spannende Themen gab es genug aber die Lust auf Praxis und frische Luft wuchs spürbar.

Also wagten wir es : Groundhandling im nicht mehr ganz so wildem Nordföhn . Wir hielten uns gegenseitig fest, teilweise zu dritt an einem Gleitschirm – eine intensive, aber auch lehrreiche Erfahrung. Zu spüren, wie viel Kraft bei viel Wind im Schirm steckt, , bleibt hängen aber auch ein paar zusätzliche Skills, um die Kontrolle zu behalten. Respekt inklusive.

Doch dann kam er endlich: dieser eine geile Tag.

Wir waren früh dran. Die Fluglehrer einer anderen Flugschule lachten abends noch über uns, dass wir zu früh zum Startplatz fahren wollten 

doch es war perfekt. . Wir waren genau richtig und die Ersten in der Luft. Ruhige Bedingungen, perfektes Warmfliegen.

Später wurde es thermisch und lebendig. Während einige aus unserer Gruppe nach einem schönen Flug zufrieden pausierten, wollten es ein paar auch bei mehr Wind noch einmal probieren – unterstützt von gleich zwei Fluglehrern am Startplatz.  Mehr Wind, mehr Thermik, dafür auch mehr Höhe.

Am Nachmittag ging es für alle noch einmal nach oben. Zum höchsten Punkt. Toplanden wurde nochmal besprochen – und dann einfach gemacht. Mehrfach sogar. Touch and Go, saubere Toplandungen, gemeinsames Üben von Hangsoaren und Thermikkreisen.

zum Abschied Magic Air

Am Abend gab uns Meduno endlich das, wovon wir Fluglehrer geträumt hatten, bieten zu können. Die italienischen Frühlingswiesen im warmen Licht, der Sonnenuntergang, die Luft ruhig und weich. Ein Flug in absoluter Magic Air – als hätte der Berg sich entschuldigt für die Tage davor.

Auch wenn wir das Wetter nicht beeinflussen konnten, wollten wir unseren Teilnehmern etwas mitgeben: einen Gutschein für einen zusätzlichen Trainingstag – dann ganz sicher bei besseren Bedingungen. Und die Bilder dieses Abends gibt es obendrauf.

Was bleibt?

Erinnerungen, an abwechslungsreiche Trainingstage.
Erfahrungen, die für die Zukunft stärken.
Und dieser eine schrecklich fröhliche Ohrwurm. 

Schön wars mit euch! DANKE

Eure Fluglehrer Zylle und Rafael