Ziel unseres Trainingscamps mit sieben Teilnehmern war es, die Dolomiten fliegerisch kennenzulernen: Thermikfliegen, Rückwärtsaufziehen, Starts und Landungen sicherer beherrschen.
Wir, Rafael und Christian, hatten uns besonders auf dieses Camp gefreut. Denn inmitten dieser Bergwelt ist jeder Flugtag ein Erlebnis. Die Teilnehmer staunten nicht schlecht, als wir am ersten Startplatz ankamen. Noch kurz zuvor lag alles in grauen Wolken. Doch unser Timing passte: Kaum am Piz Boé Mitte angekommen, riss der Himmel auf – Bühne frei für die Dolomiten. Startplatz Nr. 1. Alle flogen sich zunächst ein, gewöhnten sich an das Gelände und bekamen direkt im Anschluss bei einer Videoanalyse Feedback zu ihren Starts und Landungen. Training bleibt Training.
Der nächste Tag begann windig – perfekt fürs Groundhandling am Sellajoch. Noch nie hatten die Teilnehmer in einer so spektakulären Kulisse ihre Schirme am Boden bewegt. Mit Tipps und Übungen zum Rückwärtsstart war schnell ein Fortschritt spürbar. Am Nachmittag beruhigte sich der Wind und wir nutzten die Gelegenheit für einen stimmungsvollen Abendflug vom Belvedere. Startplatz Nr. 2.
Am dritten Tag zahlte sich die Groundhandling-Einheit sofort aus. Am Startplatz Vallon gelangen den ersten Piloten bereits solide Rückwärtsstarts – Glückwunsch! Dazu gab es nutzbare Thermik und Wind zum Soaren. Teilnehmer Axel nutzte die Bedingungen voll aus und verbrachte drei Stunden über den Felswänden und Wiesen rund um Corvara. Andere flogen noch ein paar mal, während er den Tag am Landeplatz glücklich ausklingen ließ.
Tag vier stellte uns wettertechnisch vor größere Herausforderungen. Wir wichen auf die Seceda aus. Starker Wind machte das Soaren möglich, verlangte aber auch Teamgeist: die routinierteren Piloten halfen beim Starten, hielten Schirme fest, bis die Chance zum Abheben kam. Für die Letzten wurde es knapp, doch ein kurzer Hike brachte schließlich alle in die Luft. Startplatz Nr. 4. Am Abend folgte eine ausführliche Thermikanalyse: Wo ging es hoch, wie hätte man die Kreise sauberer fliegen können, was hatten andere aus dem Tag gemacht. Lehrreich für alle.
Der letzte Tag war von Föhn, Druckprognosen und Unsicherheit geprägt. Trotzdem fanden wir einen passenden Spot am Ciampinoi. Startplatz Nr. 5. Noch einmal konnten alle in diese gewaltige Kulisse eintauchen. Abgerundet wurde das Camp mit einem gemeinsamen Essen in einer urigen Bar am Sellajoch.
Die Woche war wettertechnisch fordernd, doch genau daraus entstand der besondere Wert: Groundhandling, Rückwärtsstarts, Thermik- und Soaring-Erfahrungen, Videoanalysen, Teamgeist. Jeder nahm Neues mit – und unvergessliche Eindrücke aus einer der schönsten Flugregionen der Alpen.












